Burning Man – Von verrückten Menschen, unglaublichen Eindrücken und viel Staub

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Zu fortgeschrittener Stunde am Heiligen Abend, einige Familienmitglieder sitzen noch zusammen.. Ich unterhalte mich angeregt mit meinem Cousin über das Burning Man Festival. Sowohl er als auch ich sind begeistert und wollen das unbedingt mal live miterleben. Der Wein tat bereits seine Wirkung und so nahmen wir uns euphorisch vor diese Idee auch in die Tat umzusetzen.
Am nächsten Morgen sah das Ganze dann schon ein wenig realistischer aus, doch dann kam der Anruf mit dem ich nicht gerechnet hätte: Mein Cousin rief mich an und fragte „Wollen wir die Tickets buchen?“.
Ich war erst ein wenig überrumpelt, kennt man doch diese „Schnapsideen“, die am nächsten Tag im Sande verlaufen. Mein Herz schlug schon ein wenig höher, als ich sagte „Ja, das machen wir!“.
Gesagt, getan! Neun Monate später saßen mein Cousin, mein Freund und ich im Flieger nach San Francisco. Eine wunderbare Reise mit dem Auto quer durch die USA begann, wovon jeder Abschnitt eine eigene Geschichte wert wäre.
Die Eindrücke des Burning Man sind schwer zu beschreiben. Ich will dennoch versuchen hier einen Eindruck von unserem Burning Man Abenteuer und somit von einem meiner faszinierendsten Urlaubserlebnisse zu geben.
Nach vielen Autostunden kamen wir in Reno an und somit dem Ziel Burning Man immer näher.
In Reno stand erst mal ein Großeinkauf bei Walmart an. Da es auf dem Burning Man nichts zu kaufen und auch kein fließend Wasser oder Elektizität gibt, mussten wir uns nicht nur reichlich, sondern auch gut überlegt mit allem Nötigen ausstatten.
Dann ging es weiter Richtung Nevada zur Black Rock Desert. Die Fahrt von Reno zum „Burning Man“ Gelände dauerte noch einige Stunden. Immer mehr Autos schlossen sich uns an und gemeinsam bahnten wir uns unseren Weg durch den Staub.


Dann überquerten wir die Eintrittsschleusen und holten unsere Tickets woraufhin wir endlich zum Eingangstor fahren konnten. Dort stiegen wir alle aus und wurden vom Begrüßungsteam in Empfang genommen. Begrüßt wurden wir mit einer Umarmung und den Worten: “Finally. Welcome Home!“ Als Jungfrauen des Burning Mans mussten wir uns einmal ordentlich im Staub der Wüste wälzen.
Anschließend fuhren wir durch die Zeltstadt um einen geeigneten Platz für Auto und Zelt zu finden. Die Frontplätze sind für viele offizielle Themencamps reserviert.
Die ganze Stadt halbmondförmig um einen riesigen Platz, der Playa, angelegt. In der Mitte der Playa steht ein riesiger Holzmann, der Burning Man. Dieser wird am Samstag, als Höhepunkt des Festivals, verbrannt.
Nachdem wir uns für einen Platz entschieden hatten, parkten wir das Auto und bauten unser Zelt und ein notdürftiges Sonnensegel auf. Sofort kamen Burner aus der Nachbarschaft und boten uns ihre Hilfe an.
Als wir den Aufbau erledigt haben, wagten wir uns auf einen Rundgang, um das Gelände zu erkunden. Ich glaube dabei haben unsere Gefühle, überwältigt von den Eindrücken, eine Achterbahnfahrt erlebt. Manchmal gingen wir ohne Wort mit offenen Mündern nebeneinander her, teilweise fingen wir aber auch ganz euphorisch an Rad zu schlagen oder uns zu umarmen.
Wir waren völlig geflasht von der Unwirklichkeit des gesamten Ortes, Es ist schwierig ins Detail zu gehen, da es einfach so viele verschiedene Eindrücke sind. Umgeben von kostümierten, manchmal seltsamen oder auch nackten Menschen, einfallsreichen Wüstenschiffen, vielen Fahrradfahrern und den unterschiedlichsten Themencamps, reges Treiben wohin man schaut, Partys die schon früh am Morgen starten, die verrücktesten Art Cars und immer wieder Kunstobjekte.

Gemäß der Burning Man Ideologie des Schenkens und Gebens findet man viele Orte an denen es kostenlose Getränke, Eis, Massagen, Partys, und vieles mehr gibt.
Der ganze Ort ist atemberaubend, eine riesige Salzwüste, obwohl die Entfernungen nicht sonderlich groß zu sein scheinen, ist man doch oft Stunden unterwegs.
Dann wurde es langsam dunkel. Und wenn man bis dahin auch gedacht hat, es gibt keine Steigerung mehr, dann hat man das Burning man noch nicht bei Nacht gesehen. Trotz all der Menschen und dem Trubel tagsüber erwacht das Burning Man nachts erst so richtig zum Leben. Man muss sich vor Augen führen, dass das Gelände mitten in einer Wüste im Nirgendwo liegt. Keine Elektrizität und dennoch steht man mitten in einem Meer aus Laser-, Feuer- und Lichtinstallationen, dröhnenden Sounds, und lauter feiernden Menschen. Dieses bot ein unglaubliches Bild, mit dem keine bis jetzt von mir besuchte Location mithalten kann.
Wer auf Electro und House Music steht, für den ist Burning Man genau das richtige. Viele bekannte DJs legten in den unterschiedlichen Camps bis in die frühen Morgenstunden auf. Die gesamte nächtliche Szenerie ist so mystisch und überwältigend zugleich, dass man das Gefühl hatte, auf einem anderen Planeten abzufeiern.
Auf die Frage: wie das Burning Man gewesen sei, antwortet man mittlerweile mit Floskeln wie: „Unglaublich!“, „Total krass“, oder aber auch „Unbeschreiblich“. Wobei Letzteres wohl am ehesten zutrifft.
Unbeschreibliche Augenblicken waren das in der Black Rock City und ich bin froh, dass ich sie mit Freunden teilen kann. Denn, so kommt es mir vor, gibt es keine Worte, die das Spektakel in der Wüste angemessen beschreiben.

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