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Eine Reise ohne Ende

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Meine interessanteste Reise begann vor etwa 20 Jahren. Und solange ich noch nicht wieder nach Deutschland zurückgekehrt bin, um dort zu leben, ist diese Reise für mich noch nicht beendet …
Alles begann mit dem Wunsch, die Welt zu sehen. Endlich! Immerhin hatte ich als ehemaliger Bürger der DDR etwas Nachholbedarf.  Also fand ich mich eines Tages in einem Vorstellungsgespräch bei einem großen französischen Reiseunternehmen wieder.
Ich erinnere mich noch an die eine wichtige Frage, die mir gestellt wurde : „Warum wollen Sie denn bei uns arbeiten?“  Was für eine Frage!  „Ich möchte die weite Welt sehen.  Und leider bin nicht reich genug, um mir diesen Wunsch selbst zu erfüllen.“ Genau das war es!

Jetzt konnte die Reise beginnen! Meine erste Station war die Schweiz. Irgendwo zwischen dem Mont Blanc und der italienischen Grenze habe ich wunderschöne Wintermonate verbracht. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, jeden Tag einen Sack Flöhe – in meinem Fall Kinder von 4 und 5 Jahren – zu hüten. Vorsicht, das schlaucht! Dabei verbrachte ich aber die Hälfte meiner Zeit auf den Skipisten … Und von der Hälfte dieser Zeit wiederum sah man mich in der Regel mit einem kleinen Kind zwischen den Beinen am Schlepplift hängen. Aber von den wunderschönen Winterlandschaften träume ich noch heute …Der Winter geht und warmen Tage kommen ….

Also durfte ich nach Griechenland. Und mit den Flöhen war es auch aus. Ich bin aufgestiegen zum Ausflugsbegleiter. Das wurde ja immer besser! Meine Tage waren zukünftig reichhaltig gefüllt mit dem Besuchen der verschiedenen Inseln des Dodekanes : Kos mit seinem antiken Krankenhaus, in dem der berühmte Hippokrates tätig war, Rhodos mit seinem Geheimnis um eines der 7 Weltwunder, Patmos, die heilige Insel … Und die Griechen sind wirklich ein nettes Völkchen! Aber die Welt ist ja noch viel größer!

Weiter ging es in die Elfenbeinküste. Afrika ist ein einziges Abenteuer … und wunderschön. Über den 660 Kilometer langem Strand, an dem sich unsere Anlage befand, konnte man sich kaum beschweren. Jetzt führte ich die Touristen durch Ölpalmenplantagen und blühende Kaffeefelder, machte reichlich Reisen durch Sümpfe und Urwald. Auf Märkten wurde ich immer sehr nett begrüßt. Irgendwann kennt man sich. Alte, verlassene, kolonialen Städte ermöglichten mir eine wundersame Reise in die Vergangenheit. Es war manchmal wie im Film …
Und so langsam fühlte ich mich überall wohl. Also folgte ich der nächsten Order meines Arbeitgebers …

Auf in die Karibik! Es ging auf die Insel Guadeloupe, die für die nächsten 12 Monate meine Basis sein sollte. Jede der Inseln, die ich mit meinen Gästen per Bus, Jeep, Boot oder mit den Flugzeug bereist habe, hat bleibende Erinnerungen hinterlassen: Die Grenadinen, deren Inseln sich während der unserer Bootstouren wie Perlen auf einer Kette auffädeln, Les Saintes, deren Bucht als eine der schönsten der Welt gilt, die Insel Saint Bartélemy, die zum Treffpunkt der Reichen und Schönen wurde, Domenika, die wohl noch ursprünglichste Insel der südlichen Antillen, wo man die karibischen Indianer hautnah erleben kann und  –  im Wasserfall schwimmend – den tropischen Wald ganz für sich haben kann. Ich hätte es in der Karibik durchaus noch länger ausgehalten … Aber jetzt rief Sizilien nach mir. Und dass, wo ich in keiner Weise der italienischen Sprache kundig war. Aber was tun, wenn Vorgesetzte einen nun unbedingt weiterhin im Team haben wollen! Dennoch war die Sprache kein Problem.
Sizilien ist der Ort, an dem Griechen und Römer Spuren hinterlassen haben. Dieses historisch kulturelle Gemisch ist wirklich sehr interessant! Statt in Wasserfällen zu baden, kletterte ich jetzt regelmäßig den Ätna hinauf. Statt Palmeninseln anzusteuern, begleitete ich meine Gäste nach Syracuse und Malta. Statt durch Rumfabriken zu pilgern, wanderte ich jetzt durch Tempel und römische Villen. Die Sizilianer waren so anders als die Menschen in der Karibik. Ich erinnere mich noch an den einen besonderen Moment, als das Bürgerkomitee eines kleinen Ortes beschloss, uns, den Ausflugbegleitern, bei einer Festveranstaltung feierlich eine  Auszeichnung zu überreichen. Es war deren Art von Dankeschön dafür, dass wir jede Woche Touristen verschiedenster Nationalität auf ihren Wochenmarkt brachten. Nach Sizilien sollte wieder eine Insel folgen. Und die lag und liegt weiterhin im Indischen Ozean. Das weiß ich besonders gut, denn dort lebe ich seitdem. Die Rede ist von Mauritius. Meine Kollegen haben mich damals schon vor der Freundlichkeit der Einwohner dieser Insel gewarnt.  Wie das Schicksal so ist : Ich habe einen Inselbewohner kennen und lieben gelernt und eine Familie gegründet.  Und meine Arbeit als Fremdenführer mache ich natürlich weiterhin mit viel Freude.
Mit all den Reisen verschwimmen irgendwann geografische und kulturelle Grenzen. Und man fühlt sich überall wohl. Es ist schön, wenn man akzeptiert wird. Mauritius ist ein multikulturelles Land mit einer bunten Geschichte. Inzwischen habe ich neben der deutschen auch die mauritische Nationalität angenommen. Und ich war sehr stolz, als man mir in diesem Jahr anbot, als Bürger von Mauritius das Karateteam des Landes bei einem internationalen Seminar in Japan zu begleiten. Das Abenteuer Reise durch die Welt geht also weiter …
Dies hier ist nur eine kurze Einführung. Es ist wie bei einem Buch : Man dreht es erst einmal um und geht den kurzen Text auf der Rückseite durch, um zu entscheiden, ob man das Buch wirklich lesen möchte. Jedes Land, welches ich bereist habe, hält so manche Geschichte und so manches Erlebnis bereit, Dinge, mit denen sich noch viele Seiten füllen lassen … Bis bald also.

Reisejahr: Sommer 1996 bis jetzt

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