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Gambia – Eine andere Definition von Glück

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Durch die Erzählungen meiner Oma, die in Namibia geboren und aufgewachsen ist und auch eine Zeit lang in Südafrika gelebt hat, habe ich schon einen Eindruck gehabt, wie das Leben vor 50 Jahren in Afrika gewesen sein muss. Mir war auch bewusst, dass Afrika heute noch eine ganz andere Welt ist und sich das Leben dort nicht mit unserem Alltag in Europa vergleichen lässt. Jedoch ist es etwas ganz anderes eine Dokumentation zu sehen oder mitten drin zu sein – und das sollte ich erfahren. 

Ganz spät am Abend sind wir in Gambia gelandet. Vom Flughafen ging es direkt ins Hotel. Es war total niedlich und familiär und lag mitten in Brufut. Dort hat man uns sehr herzlich aufgenommen und auf der gesamten Reise total lieb begleitet. 

Jimmy, einer der Angestellten vom Hotel, hat angeboten, uns ein wenig die Umgebung zu zeigen. Als ich den ersten Schritt aus dem Hotel machte, war mir klar, dass wir nicht in einem Touristenort gelandet sind – wir waren Mitten im Leben. Kinder spielten auf Weg und Frauen mit Körben auf dem Kopf liefen an uns vorbei. Kein einziger Tourist weit und breit.
Schon nach kurzer Zeit hatten wir die ganze Aufmerksamkeit der Bewohner und viele Kinder und Jugendliche schlossen sich uns an. Wir kamen mit vielen Leuten ins Gespräch und Jimmy führte uns zu einem kleinen einheimischen Markt – dort gab es alles an Lebensmitteln, von Fleisch bis hin zu Gewürzen. Vorbei an kleinen Geschäften, einem Friseur und einer kleinen Poststelle, ging es über ein Feld von Müll zu einer kleinen Plantage. Dort zeigten uns die Frauen, die dort arbeiteten, welche Gemüsesorten sie anbauen und Jimmy erklärte uns, dass sie sich jeden Morgen treffen und gemeinsam mit Wasserkanistern zu einem Brunnen laufen, welcher mehrere Kilometer entfernt ist.

In der Hauptstadt fuhren wir zunächst zum Arch 22. Dieser Triumphbogen ist das Wahrzeichen von Banjul. Er ist 35 Meter hoch und ist somit das höchste Bauwerk in Gambia. Der Ausblick von dort ist wirklich genial, man kann von hier den Gambia Fluss und das Meer sehen und die komplette Stadt überblicken.
Danach ging es zum Royal Albert Market. Hier gab es wirklich alles, was man sich so vorstellen kann. Schuhe, Taschen, Kleider, Tücher, Sonnenbrillen, Schmuck, viele Souvenirs aber auch Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürze, Getränke, Körner, Nüsse und vieles mehr. Besonders beeindruckend fand ich die alte Fabrikhalle, wo geschneidert wurde – hier wird noch mit Bügeleisen und Nähmaschinen gearbeitet, welche bei uns nur noch in Ausstellungen zu finden sind. 


Am letzten Tag tauchte Jimmy wie besprochen gegen Mittag auf und hatte einen Fahrer organisiert, der uns zu seiner Schule brachte. Es war zwar Wochenende und die Schule hatte geschlossen, jedoch wollten wir einfach mal sehen, wie so eine Grundschule hier in Gambia aussieht, nachdem Jimmy uns am Vorabend davon erzählte. Die Schule lag etwas außerhalb in einem kleinen Dorf namens ‚Kiti’ in Kombo Central. Dort angekommen hat es sich schnell rumgesprochen und kurze Zeit später waren schon viele Kinder an der Schule und beobachteten uns, während Jimmy uns die Räumlichkeiten zeigte. Bisher sind hier erst zwei Klassenräume fertig gestellt. Das Büro und das dritte Klassenzimmer haben teilweise noch kein Dach und keine Innenwände. In den Klassenräumen ist wirklich nur das Nötigste vorhanden: Tische, Bänke, Stühle, eine kleine Tafel, ein Klassenbuch und ein paar Unterlagen für die Lehrer. Nachdem uns Jimmy die Entstehungsgeschichte dieser Grundschule erklärte und uns die aktuelle Lage beschrieben hatte, standen wir wieder draußen bei den Kindern. Mittlerweile war das Eis gebrochen und viele spielten Fußball. Es war wirklich toll zu sehen, wie viel Spaß die Kleinen hatten und wie viel gelacht wurde. 
Schon an den Tagen zuvor gab es viele Situationen, bei denen ich nachdenklich wurde und ich die Menschen um mich herum bewunderte, die mir mit einer Lebensfreude begegneten, obwohl sie für unsere Verhältnisse nicht viel hatten. 
Die Kinder sind so dankbar für diese Schule und so glücklich, einen Ort zu haben, an dem sie sich zusammenfinden können, um gemeinsam zu lernen und zu spielen. Das hier nicht genügend Materialien vorhanden sind oder es nicht für jeden einen Stuhl gibt, ist für sie total nebensächlich. 
Gerührt von den glücklichen Kindern, die uns dort begegnet sind, machten wir uns auf die Heimreise.

Der kurze Trip hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, was im Leben wirklich wichtig ist. Die Menschen dort hatten so wenig Geld und kaum fließend Wasser und doch kam es mir vor, als wären sie glücklicher als manche Menschen, die ich hier in Deutschland erlebe.

Reisejahr: Frühling 2014

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