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Gastfreundschaft Frankreichs

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Die Sonne neigt sich dem Horizont entgegen, es fröstelte mich ein wenig und das Knurren im Magen wurde immer größer. Da standen wir nun an der Straßenecke kurz vor der Autobahneinfahrt. Unser deutscher Freund war schon weg, hatte Glück gehabt, und wir, ein Kanadier und eine Deutsche, hoben tapfer den Daumen hoch und lächelten den vorbeirasenden Autos freundlich zu.

Aber zunächst zu den Geschehnissen der vorangegangenen Wochen, denn da befand ich mich noch auf einer norwegischen Farm zu Besuch. Es herrschte dort ein Kommen und Gehen von internationalen Helfern, die gegen Kost und Logie auf der Farm arbeiteten. Ich kannte bereits die Farm, ihre Besitzer und einen Briten, der schon während meines Aufenthalts angereist war. Neu hinzukamen, 2 Französinnen und 1 Franzose, 3 Deutsche und ein ziemlich gut aussehender Kanadier. Wir verstanden uns alle auf Anhieb sehr gut miteinander. Nach einem geselligen Abend, blieben nur noch der Kanadier und ich übrig. Das Knistern in der Luft war unüberhörbar, jedoch folgte ein kurzer Abschied am darauf folgenden Tag.
Es vergingen einige Wochen und ich bekam die Einladung von den Französinnen, sie in den Alpen besuchen zu kommen, einer von den Deutschen und der Kanadier seien auch interessiert. Ich zögerte keine Minute und befand mich die Woche darauf mit dem Deutschen trampend auf dem Weg in die französischen Alpen.

Nach 2 Tagen erreichten wir Oulx und trafen am Bahnhof auf den Kanadier. Die Freude des Wiedersehens war beiderseitig groß, aber ohnehin freuten wir uns alle 5 miteinander, dass ein schnelles Treffen nach unserer Zeit in Norwegen möglich gewesen war. Die wunderbaren Tage bei den Französinnen vergingen viel zu schnell und vor unserer Abreise nach Deutschland, respektive nach Kanada, wollten wir zu dritt noch den Franzosen, der an der südlichen französischen Küste wohnte, ein letztes Mal sehen. Gesagt, getan. Zunächst schafften wir es zu dritt Leute zu finden, die uns Stück für Stück an unser Ziel näher brachten.

Irgendwann wurde uns aber klar, dass wir uns besser trennen sollten. Der Deutsche erklärte sich gleich bereit alleine weiter zu ziehen und fand auch schnell einen Anhalter. Wir hatten zunächst nicht so viel Glück und befanden uns in der Szene wie anfangs beschrieben. Mir graute es schon davor mein Zelt neben einer Autobahn aufzuschlagen, denn wir waren mehr oder weniger an diesem Ort gefangen. Ich wurde ungeduldig, aber genoss ebenso die Zweisamkeit, die ich vorher nicht mit ihm haben konnte. In den vorangegangen Tagen hatten wir alle sehr viel Spaß miteinander, jedoch konnte ich mich dem Kanadier nicht auf die Art und Weise nähern, wie ich es mir wünschte, ebenso blieben mir seine Gefühle für mich ein Rätsel. Als die Dämmerung schon fast vorüber zog, hielt doch noch ein Auto an. In ihm saßen ein französisches Pärchen im Alter unserer Eltern. Sie fanden es sofort entzückend einen Kanadier mit einem „komischen Akzent“ und eine Deutsche im Auto bei sich zu haben. Nach ein paar Minuten des Austausches über uns und unser Ziel, sagten sie frei heraus, dass wir 2 Möglichkeiten hätten. Sie würden uns entweder an der nächsten Raststätte rauslassen oder zu sich mit nach Hause nehmen. Dort könnten wir etwas essen und übernachten, um gestärkt am nächsten Morgen weiter zu fahren. Der Kanadier und ich schauten uns gegenseitig an, die Entscheidung fiel ganz klar auf die zweite Option. Und während wir mittlerweile im Dunkeln an die Zitadelle in Cisteron vorbeifuhren, ergriff er meine Hand und lächelte mich an. Ich werde nie diesen Moment vergessen, als ich die bestrahlte Zitadelle aus der Autofensterscheibe betrachtete während ein Gemisch aus Aufgeregtheit, Spannung , Zuversicht und Geborgenheit in mir brodelte.

Angekommen bei unseren Gastgebern, hatten wir ein hervorragendes Abendbrot bei dem wir in Französisch, Deutsch und Englisch über Wein, unsere Kulturen und unsere Sprachen zu Wein und Pasta debattierten. Der Abend hätte nicht besser ausklingen können. Von dieser bedingungslosen Gastfreundschaft war ich zu Tränen gerührt. Nach diesem besonderen Erlebnis für uns beide, ließ der Kanadier meine Hand nicht mehr los. Nach 3 Jahren folgte die Hochzeit. Somit war diese Reiseerlebnis etwas ganz besonderes.. Es war nicht der Beginn einer Liebe, sondern auch eine Erfahrung der Gastfreundschaft, die meine Türen zu meinem Heim weiter öffnen ließ.

Reisejahr: Frühling 2009

Aktueller Punktestand:

38
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