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Glücklich. Wie geht das?

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Da stehen wir zwei am Hamburger Airport. Der große Reiserucksack umgeschnallt, einen Piccolo in der Hand. Vor wenigen Stunden haben wir die letzten Gäste verabschiedet, ich bin nun der stolze Ehemann meiner großen Liebe.

Tagsüber saß ich noch im Büro in Bremen vor dem Rechner, plante und kalkulierte, der Wochenalltag ist gut durchstrukturiert. Nach Feierabend geht es nach Hause in das ländliche Umland. Aus dem Fenster sieht man Getreidefelder, gelegentlich ein Reh oder eine Familie Fasane.

Die Flitterwochen in Thailand haben wir offen gesagt kaum geplant. Der Flug war gerade günstig, die erste Nacht in Bangkok schnell gebucht. Wir haben den Bruch mit der Routine gesucht und dabei das Glück gefunden. Frei nach François Lelord zeigte mir Thailand, warum das Leben so unendlich lebenswert ist und wie einfach das Glück zu finden ist – man muss nur die Augen öffnen und es sehen wollen.

Wir laufen durch die stickige Hauptstadt. Es riecht nach den Abgasen der Motorroller, nach den Speisen der unzähligen Garküchen und nach alten Fischresten. Die Luft ist stickig, feucht und heiß. Und wo ist hier das Glück versteckt?

Da sind zum Beispiel die Familien in den Seitenstraßen von Bangkok. Sie wohnen in unübersehbarer Armut. Der Boden ist dreckig, in einer geöffneten Tür kann man eine alte, ausgelegene Matratze auf dem Boden liegen sehen. Einige Frauen bereiten im Hinterhof mit den Nachbarinnen das Essen für die Garküchen am Straßenrand vor, wo die Männer die geschnittenen Früchte, Hähnchenspieße und Reisbälle an die Passanten verkaufen. Im Vergleich zum Lebensstandard im Bremer Speckgürtel, fehlt es diesen Familien an nahezu allem. Aber sie quatschen, sie lachen. Sie sind glücklich.

Wir haben Bangkok hinter uns gelassen und fahren mit dem Nachtzug in den Süden. Mit der Fähre geht es auf die Insel Koh Phangan. Wir treffen Thomas. Er hat bei einem Thailandurlaub sein Herz verloren und sich in eine Einheimische verliebt. Kaum zuhause in Österreich angekommen, hat er einen Flug nach Thailand gebucht und seine Sachen gepackt. Er hat sein Leben mit Job, privater Rentenvorsorge und Bausparvertrag gegen ein Standcafé in Thailand getauscht. Er hat vieles aufgegeben. Und er ist unübersehbar glücklich.

Eine gute Woche später haben wir die Seite gewechselt und sind in der Provinz Krabi angekommen. Nur einige Meter vom Strand treffen wir an einer Hauptstraße in Ao Nang auf Mr. Cock. Er betreibt eine Art Bar, indem er ein wackeliges Holzregal mit einer Auswahl verschiedenster Getränke an eine Hauswand hängt. Sein Gastraum ist der Bürgersteig, auf dem er einige Plastikschemel verteilt. Wir sitzen im Dämmerlicht einer Straßenlaterne bis in die Nacht im Kreis. Es kommen Rucksacktouristen aus den USA, Skandinavien, Israel, Aussteiger aus der bayerischen Provinz, eine Familie aus Südafrika. Mr. Cock verteilt ununterbrochen seine Getränke. Da er kein Wort Englisch spricht, kommuniziert er mit wahllosen Pfeif-, Knack-, Schnalz- und Grunzlauten, flirtet mit Passanten um sie auf die freien Plastikhocker zu locken. Er stahlt übers ganze Gesicht.

Die Zeit in Thailand hat mich geerdet. Sie hat gezeigt, wie einfach man das Glück finden kann. In Freunden, im Sonnenschein, im Plausch mit den Nachbarn, in der Ruhe der Natur, beim Faulenzen mit streunenden Katzen, am Strand mit Meeresrauschen oder in der Liebe.

Reisejahr: Herbst 2013

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