займы онлайн на карту срочно круглосуточно

Kulturland Iran

IMG_0132_edited

Als ich in der Schule von Kyros, Dareios und Xerxes hörte, entstand in mir der Wunsch, einmal die Wirkungsstätten dieser großen Herrscher zu sehen. 2014 wurde dieser Traum Wirklichkeit. Und seit ich 1995 eine Harley erstanden hatte, kam für diese Reise nur eine Harley-Tour in Frage. Dass das eine so alte Harley nicht packen würde, war für mich keine Frage, denn ich bin von der Qualität des Milwaukee-Eisens überzeugt. Sie hatte mich auch schon 2004 problemlos in den Kaukasus und wieder zurück gebracht.

Die Anfahrt zur iranischen Grenze erfolgte vom Bayerischen Wald aus über Graz, Zagreb, an der kroatischen Küste entlang weiter nach Montenegro und Albanien an den Ohridsee. Von dort ging es über Griechenland in die Türkei. Bei Gelibolu wurden die Dardanellen mit der Fähre überquert. Dann folgten Bursa und Ankara, bis wir kurz nach Dogubayazit die iranische Grenze erreichten. Hier hatten wir schon über 3 500 km hinter uns. Unterwegs erwischte uns des Öfteren ein wolkenbruchartiger Regen. Die Einreise in den Iran war problemlos und dauerte etwas über eine Stunde.
Die erste Nacht verbrachten wir in Maku. Wir besichtigten zuerst die armenischen Klöster Thaddäus und Stephanos, welche in einsamer Berglandschaft liegen und Weltkulturerbe sind. Durch das Arrastal gelangten wir nach Tabriz. In Tabriz musste ich mich zuerst an den „gewöhnungsbedürftigen“ Verkehr anpassen. Verkehrsregeln scheint es im Iran nicht zu geben. Jeder fährt wie er will, auch Einbahnstraßen in falscher Richtung. Aber es funktioniert trotzdem. Jeder passt auf den anderen auf. Keiner beharrt auf seine Vorfahrt. Schnell habe ich mich auch angepasst.
Die Tour führte uns dann nach Sanandaj. Hier hatten wir Probleme im chaotischen Abendverkehr das Hotel zu finden. Ein Polizeiauto hielt an und fragte uns, was wir suchen. Als wir den Hotelnamen sagten, fuhren sie dann vor uns her und bahnten den Weg für uns zum Hotel. Das Ganze dauerte eine halbe Stunde. Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Polizisten.

Von Sanandaj ging es durch eine wilde Landschaft nach Kermanshah, wo wir Bisotun und Taq-e Bostan besuchten. Unterwegs fielen uns die Porträts der im Irak/Iran-Krieg gefallenen Soldaten auf. Sie sind in jeder Stadt und Dorf anzutreffen.

Weiter ging es durch das Gebirge über Borujerd nach Ahvaz. In Borujerd hielt ein Jeep neben uns. Man wollte uns zum Essen und zum Übernachten einladen. Es war immer wieder interessant, zu erleben wie gastfreundlich die Menschen im Iran sind.

Wir besichtigten nach Borujerd das Danielsgrab in Susa und Choga Zanbil, eine mittel-elaitische Residenzstadt. Hier erwischte uns ein Sandsturm.

Interessant ist, dass Motorräder auf der Autobahn verboten sind. Das kommt daher, dass im Iran nur Motorräder bis 200 ccm erlaubt sind. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass man mit der Harley nicht auf der Autobahn fahren darf und siehe da, an der Zahlstelle wurden wir freundlich durch gewunken, da es uns ja nicht gibt.

Von Ahvaz fuhren wir entlang von Ölfeldern ins Gebirge nach Shiraz, welches wir mehrere Tage besichtigten. Wir beobachteten oft, wenn wir überholt wurden, dass die Autos nicht zügig an uns vorbei fuhren, bis uns auffiel, dass wir mit dem Handys fotografiert wurden. Harleys gibt es eben im Iran nicht oft zu sehen.

Von Shiraz gelangten wir zum Höhepunkt der Reise, nach Persepolis. Hier wurde mein Jugendtraum war und wir verbrachten beinahe 2 Tage an diesem geschichtsträchtigen Ort.
In Pasargadae – UNESCO-Weltkulturerbe – schauten wir uns dann das Grab Kyros des Großen an.
Weiter führte uns die Tour zur Wüstenstadt Yazd, die uns sehr gefallen hat. Die Tour ging weiter durch die Dascht-e Kavir, die große iranische Salzwüste im iranischen Hochland.
Nach schönen Tagen in Yazd besuchten wir Isfahan, welche eine der schönsten Städte im Iran ist.

Auf der Fahrt dorthin hielten wir an einem Rastplatz, plötzlich hörten wir Reifen quietschen und ein junger Mann stieg aus seinem Auto aus und fragte, ob er auf der Harley sitzen dürfe und ich ein Foto mit ihm machen könne. Diesem Wunsch sind wir natürlich nachgekommen. Wir sind wer weiß wie oft im Iran fotografiert und gefilmt worden. Es war auch erstaunlich, wie oft uns aus den Autos zugewunken wurde und wie häufig wir in den Städten von Leuten auf der Straße mit „Welcome to Iran“ begrüßt wurden.

In Isfahan beeindruckte besonders der Imam-Platz – Meydan-e Imam – mit der Jame Abbasi Moschee, dem Ali Qapu Palast, der Lotfollah Moschee und dem Großen Basar – gehören alle zum UNESCO Weltkulturerbe.

Dann ging es wieder durch die Wüste Dascht-e Kavir, wo wir eine Übernachtung in einem Wüstenhotel erleben konnten. Und weiter zum Kaspischen Meer, über Damghan bis nach Chalus. Die anschließende Fahrt durch das Elburs-Gebirge bis nach Qazvin war herrlich. Von hier aus besuchten wir das Alamut-Tal mit dem Alamut Castle. Dieses Tal war mit das landschaftlich Schönste im Iran und sollte auf jeden Fall besucht werden. Von Qazvin führte die Tour wieder durch das Elburs-Gebirge nach Ardebil. Hier war besonders das Sheikh-Safi-Heiligtum einen Besuch wert.
Von Ardebil fuhren wir nach Barzagan, wo am nächsten Tag die Ausreise in die Türkei anstand, die ebenfalls problemlos verlief. Die 28 Tage im Iran werden uns unvergessen bleiben. Die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kontaktfreudigkeit der Iraner hat uns oft sehr berührt.
An der armenischen Grenze entlang fuhren wir über Kars und Ani nach Artvin durch eine zum Teil alpin ausschauende Berg-Landschaft.
Wir gelangten dann ans Schwarze Meer, an dem wir – mit Unterbrechung in Persembe – bis Inebolu entlang fuhren. Hier bogen wir nach Kastamonu ab und fuhren weiter nach Bogazkale, wo wir die Hethiterstadt Hattusa und das Felsheiligtum Yazilikaya besichtigten, UNESCO Weltkulturerbe.

Weiter nach Kappadokien, wo wir uns 2 Tage aufhielten, über Ankara, wo unsere Harley die 100.000 Meilen = 161.000 km erreichte, kamen wir nach Istanbul. Hier übernachteten wir 4 Tage bei einem Freund.
Die Tour ging dann weiter, über Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich nach Deutschland. Eigentlich wollten wir noch durch das Balkangebirge fahren, was wir aber auf Grund der schlechten Wetteraussichten (Dauerregen) bleiben ließen.

Zusammenfassung: Es war eine außergewöhnlich schöne und interessante Reise. Wir haben im Iran nur Positives erlebt. Die Iraner sind sehr liebenswerte und hilfsbereite Menschen. Nur ein Beispiel in Ahvaz, dort fragten wir drei junge Männer in einem Auto an der Ampel, wo es zum Pars-Hotel gehen würde. Nach kurzer Beratung hießen sie uns folgen. Wir wunderten uns nur, dass sie öfters anhielten und bei der Polizei fragten. Als wir dann am Hotel ankamen stellte sich heraus, dass sie gar nicht aus Ahvaz waren, sondern aus Kermanshah, also ebenfalls ortsfremd waren. Selten ist uns so viel Sympathie (vergleichbar mit der Türkei) entgegengebracht worden wie im Iran. Man sollte die falschen Berichte in den Medien nicht beachten. Wir können nur empfehlen, dieses schöne Land zu bereisen.
Wir haben in 52 Tagen 9.576 Meilen = 15.418 km zurückgelegt und unsere Harley ist gelaufen wie ein Uhrwerk, ohne Probleme.

Reisejahr: Frühling 2014

Aktueller Punktestand:

108
?
Score wird einmal täglich aktualisiert. Nächste Aktualisierung in ca. 1h

Kommentare