Stoked – Enamorada del paraíso del surf

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Aufgrund schlechter Wetterprognosen beschloss ich meinen einwöchigen Urlaub doch nicht wie geplant in heimischen Gefilden zu verbringen, sondern kurzfristig eine Reise zu buchen. Da mein Mann in diesem Zeitraum keinen Urlaub nehmen konnte und auch ansonsten niemand kurzfristig als Reisebegleitung einspringen wollte, entschied ich mich für einen entspannten Yogaurlaub am Meer. Relaxen, den Stress hinter sich lassen und Sonne tanken hieß also mein Plan, den ich innerhalb von nur zwei Tagen in die Tat umsetzte.

Bei meinen Recherchen nach einer geeigneten Destination stieß ich im Internet auf das Surfcamp a-frame in El Palmar, einem kleinen Dorf an der andalusischen Atlantikküste. Ein einwöchiger Yoga- und Pilateskurs, ein Einzelzimmer und Vollverpflegung in entspannter Atmosphäre sowie ein Schnupperkurs im Wellenreiten wurden mir versprochen, also buchte ich und saß bereits zwei Tage später im Flugzeug nach Jerez de la Frontera. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, schließlich konnte mich nach mehreren Fernreisen in Europa nichts mehr so wirklich flashen und ich wollte ja nur ein wenig entspannen und Yoga machen. Solange ich in einer sauberen Unterkunft untergebracht werden würde, wäre alles in bester Ordnung.

Obwohl ich erst einen Tag nach meinen Mitstreiterinnen anreisen konnte, wurde ich ganz herzlich im Camp empfangen. Über eine schmale Straße ging es direkt an den weitläufigen und fast menschenleeren Strand. Ein unglaublich warmes und schönes Sonnenlicht färbte den wellenumspülten Sand goldgelb und bildete einen unbeschreiblichen Kontrast zu einem Himmel, der nicht blauer hätte sein können. Abgerundet wurde dieses Bild durch eine mehr als entspannte Atmosphäre, unheimlich freundliche und entspannte Menschen – eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Einfach unbezahlbar!

Noch am gleichen Abend fand meine erste Yogastunde statt. Ein Felsplateau direkt am Strand diente als Übungsplatz. Durch die leichte Brise vom Meer flossen die Übungen wie von alleine, mit jedem Ausatmen wurde ich entspannter und als die frische Meeresluft beim Einatmen meine Lungen füllte, fühlte ich mich frei wie ein Vogel. Besser konnte es nicht werden – oder doch? Nach der Yogastunde wartete ein mehr als leckeres gemeinsames Abendessen im Camp auf uns. Mein Ziel war bereits am ersten Abend erreicht – ich war total relaxed.

Nach ein paar Tagen völliger Tiefenentspannung unter unheimlich freundlichen Menschen und mit einem mehr als kompetenten Team im Camp stand unser Schnuppersurfkurs auf dem Programm. Ich war ein wenig skeptisch was das Surfen anbelangt. Mit Wellen konnte ich bis dato nicht so viel anfangen und zudem bin ich nicht das sportlichste Wesen auf diesem Planeten. Was soll’s, dachte ich mir dennoch und wagte es.

Das Resultat: am folgenden Tag wollte ich gleich wieder Surfen gehen und rannte den restlichen Urlaub mit einem Dauergrinsen im Gesicht herum. Stoked hieße das, wurde mir erklärt – es war um mich geschehen!

Ich hätte nie gedacht, dass ein einziger Urlaub mein Leben in ganz neue Bahnen lenken könnte. Plötzlich entdeckte ich auch andere Seiten an mir und packte einige neue Projekte an. Um mich in Zukunft besser mit diesen überaus netten spanischen Gastgebern in Andalusien und auch anderswo auf der Welt verständigen zu können, fing ich sogar an Spanisch zu lernen und kehrte bereits nach einem Jahr zurück in den nahe gelegenen Ort Conil de la Frontera um einen Sprachkurs zu besuchen.

Und das Surfen? Ich bin weit davon entfernt eine gute Surferin zu sein (sehr weit), aber ich übe auf meinen weltweiten Reisen trotzdem fleißig weiter – überall dort, wo sich mir die Möglichkeit bietet. Schließlich möchte ich noch mehr solcher zauberhafter Orte auf der Welt entdecken, auch wenn dieser kleine andalusische Küstenabschnitt mir ein so guter Lehrer, ein so guter Gastgeber und Freund geworden ist, wie man ihn auf der Welt so schnell kein zweites Mal findet.

Reisejahr: Frühling 2012

Aktueller Punktestand:

146
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